FIRE Framework

Maximale Individualisierung beherrschbar machen

Im B2B-Bereich ist Individualisierung längst keine Differenzierung mehr – sie ist Erwartung. Kunden wollen Lösungen, die exakt passen: technisch, funktional, wirtschaftlich. Und sie wollen sie jetzt.

Für die Fertigungsindustrie bedeutet das: mehr Varianten, komplexere Abhängigkeiten, höherer Zeitdruck – bei gleichzeitig konstanter Beobachtung von Lieferzeiten, Kosten und Margen. Ein Spagat, der mit Einzelmaßnahmen nicht zu gewinnen ist. Ein CPQ-System hier, ein Engineering-Tool dort, dazwischen Excel und manuelle Übergaben: Was gut gemeint ist, endet in Silos, Medienbrüchen und unnötiger Reibung.

Genau an diesem Punkt setzt adesso FIRE an.

Durch smartes Variantenmanagement schrittweise zur Voll-Automatisierung

adesso FIRE ist kein monolithisches System und kein weiterer Konfigurator im Zoo der Unternehmens-IT. FIRE ist ein offenes, modulares Software-Framework, das Varianten- und Komplexitätsmanagement End-to-End denkt: vom ersten Kundenkontakt durch das Engineering bis in Fertigung, Betrieb und Service.

Der Kern der Idee: Losgröße 1 mit Serienlogik.

Unser Ziel ist die durchgängige Digitalisierung und Automatisierung der Kernprozesse in der Industrie: Entwicklung, Marketing, Vertrieb, Engineering, Planung, Produktion, Inbetriebnahme und Services. Integrierte Low-Code-Tools und eine service-orientierte Architektur ermöglichen dabei eine leichtgewichtige Integration mit bestehenden Lösungen von SAP, Salesforce, Siemens Teamcenter, Microsoft und Legacy-Systemen.

 

Vorteile vom FIRE Framework

Integrative Konfiguration mit 3D Varianten sichtbar, erlebbar und überprüfbar machen – lange bevor Zeichnungen entstehen.

Profitabel auch bei Losgröße 1 Individualisierung als skalierbares Geschäftsmodell – nicht als Kostenrisiko.

Automatisierte Auftragsabwicklung Von der Konfigurationsfreigabe bis zur Fertigung ohne manuelle Übergaben.

Modellierung von Regelwissen Variantenlogik transparent, versionierbar und durch Fachbereiche pflegbar.

Nahtlose Systemintegration Eine durchgängige Configuration-ID verbindet alle Systeme über den gesamten Produktlebenszyklus.

Disruption durch KI-Technologien Intelligente Automatisierung dort, wo sie echten Mehrwert schafft.

Die sechs Module des FIRE Frameworks

Das adesso FIRE Framework besteht aus sechs eigenständigen, frei kombinierbaren Paketen. Jedes Paket löst eine konkrete fachliche Aufgabe – gemeinsam bilden sie eine durchgängige digitale Klammer über das Variantenmanagement und den gesamten Produktlebenszyklus.

FIRE Visual – Varianten sichtbar machen

In variantenreichen Projekten entstehen viele Fehler nicht im Engineering, sondern früher: in der Erwartungshaltung. FIRE Visual macht Konfigurationen sichtbar, erlebbar und überprüfbar – lange bevor Zeichnungen oder Stücklisten entstehen.

Produkte, Anlagen oder Layouts werden als interaktive 3D-Szenen direkt im Browser dargestellt. Ausstattungsvarianten, Abmessungen und Geometrien reagieren in Echtzeit auf Konfigurationsentscheidungen. Dabei ist die Visualisierung kein losgelöstes Frontend, sondern direkt mit der Variantenlogik verbunden: Was in 3D erscheint, ist technisch zulässig – was technisch unzulässig ist, kann gar nicht erst visualisiert werden.

So wird FIRE Visual zum gemeinsamen Referenzpunkt für Vertrieb, Kunden und Engineering – und reduziert Rückfragen, Iterationen und Fehlentscheidungen erheblich.

FIRE Cockpit bündelt alle kunden- und projektbezogenen Informationen an einem Ort. Anforderungen werden strukturiert erfasst, Varianten konfiguriert, Angebote erstellt und Projekte gesteuert – für alle Beteiligten: vom Vertrieb über Partner bis zu internen Fachabteilungen.

Guided-Selling-Mechanismen führen sicher durch komplexe Entscheidungsräume. Rollen- und Rechtekonzepte sorgen dafür, dass jede Nutzergruppe genau die Informationen sieht, die sie benötigt. Versionierung und Statusnetze schaffen Transparenz über den aktuellen Stand eines Angebots oder Projekts.

Technisch folgt das Cockpit einer konsequenten MACH-Architektur: API-first, Cloud-native, Headless integrierbar – eigenständig oder eingebettet in bestehende Portal-, Commerce-, CRM-, ERP- oder PLM-Lösungen.

Die eigentliche Komplexität variantenreicher Produkte steckt nicht in der Oberfläche, sondern in den Objekten, Merkmalen und Regeln dahinter: Strukturen, Abhängigkeiten, Ausschlüsse, Berechnungen, technische und wirtschaftliche Randbedingungen. Genau diese Logik bündelt die FIRE Engine.

Sie bildet Produkt- und Systemvarianten zentral ab – transparent, versionierbar und testbar. Sie unterstützt alle gängigen Szenarien: vom klassischen Baukasten über ATO und CTO bis hin zu projektindividuellen CTO+ und ETO-Lösungen. Die Modellierung erfolgt über Low-Code-Ansätze, sodass Fachbereiche die Variantenlogik aktiv selbst pflegen können.

Gleichzeitig zwingt die FIRE Engine nicht zur radikalen Ablösung bestehender Systeme: Vorhandene Konfiguratoren und Regelwerke – auch Excel-Tabellen – lassen sich einbinden und orchestrieren.

In vielen Unternehmen endet die digitale Kette mit dem Angebot. Danach beginnt ein manueller Übergabeprozess an Order Engineering und Auftragsabwicklung – mit hohem Abstimmungsaufwand und entsprechendem Fehlerrisiko. FIRE Automate schließt diese Lücke.

Sobald eine Konfiguration freigegeben wird, übernimmt das Paket die Orchestrierung aller nachgelagerten Prozesse: Planung, Detailkonstruktion, Kalkulation, Arbeitsvorbereitung, Fertigung, Qualität und Service. Prozesse werden in Standards wie BPMN modelliert und über moderne Workflow-Engines ausgeführt – von automatisierten Standardabläufen bis zu projektlastigen ETO-Prozessen mit Freigaben und Änderungsschleifen.

Das Ergebnis: ein durchgängiger, transparenter Prozessfluss mit klaren Zuständen, messbar schnelleren Durchlaufzeiten und deutlich weniger manuellen Tätigkeiten.

Je komplexer die Systemlandschaft, desto wichtiger ist eine saubere Integrationsschicht. FIRE Connect übernimmt genau diese Rolle.

Das Paket sorgt dafür, dass Konfigurationen prozess- und systemübergreifend eindeutig identifizierbar bleiben. Eine zentrale Configuration-ID begleitet jede Variante über ihren gesamten Lebenszyklus – unabhängig davon, in welchem System sie gerade verarbeitet wird. Darüber hinaus abstrahiert FIRE Connect unterschiedliche Konfigurations-Engines, synchronisiert Zustände und stellt Integrationsservices für Commerce-, CRM-, ERP-, PLM-, MES- und weitere Systeme bereit.

Damit wird Konfiguration nicht als isolierter Angebotsvorgang verstanden, sondern als durchgängiges Steuerungsobjekt über Marketing, Vertrieb, Engineering, Fertigung und Service hinweg.

Auch die beste Variantenkonfiguration entfaltet ihren Wert erst dann, wenn sie effizient produziert werden kann. FIRE Factory überführt das digitale Produkt- und Prozessmodell in eine automatisierte, modellbasierte Arbeitsvorbereitung.

Auf Basis der Konfiguration entstehen fertigungsspezifische Stücklisten, Arbeitspläne, Prüfpläne, Kalkulationen und – wo sinnvoll – auch CAD/CAM- und CNC-Daten. Unterschiedliche Fertigungswege lassen sich grafisch und regelbasiert abbilden, simulieren und vergleichen. Die erzeugten Daten werden direkt in ERP-, Shopfloor- und Planungssysteme übergeben.

So schließt FIRE Factory den Kreis: Von der Kundenidee zur fertigen Lösung – ohne Medienbrüche.

Fazit: Der Weg zur profitablen Losgröße 1

Mit adesso FIRE ist Individualisierung kein Risiko mehr, sondern ein skalierbares Geschäftsmodell. Das Framework ermöglicht maßgeschneiderte Lösungen für Kunden, kontrollierte Variantenvielfalt, durchgängig automatisierte Prozesse und nahtlose Integration in bestehende IT-Landschaften.

FIRE bringt Struktur in Komplexität – und Geschwindigkeit in Individualisierung.

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Marvin Zeeb
Senior Business Developer, adesso manufacturing industry solutions GmbH
marvin.zeeb@adesso-mis.de

Claus Eßer
Senior Business Developer, adesso manufacturing industry solutions GmbH
claus.esser@adesso-mis.de

Referenzen